Beisetzungsritus in der Grabeskirche

Kreuzgang (c) Volker Matter

Der eigentliche Beisetzungsritus in unserer Grabeskirche gliedert sich in drei Abschnitte:

 

Wir geben dem oder der Verstorbenen das letzte Geleit und gehen mit der Urne einen Weg durch unseren Kreuzgang, der vom Grün und Gelb der Fenster geprägt ist.
Wir werden dadurch auf das Leben hingewiesen, für das uns allen eine bestimmte Zeit gegeben ist.

Bei diesem Weg des letzten Geleites können die Trauernden sich an die Wege erinnern, die sie mit dem oder der Verstorbenen gegangen sind.

Wir machen einen Halt am Taufbrunnen. Wir schauen auf die Lebenslinie, die sich von dort bis in den Altarraum zieht und sich dann im Spalt der Altarwand nach oben wendet, um in jenem Kreuz zu münden, dass die Kapuziner uns hinterlassen haben. Johannes, der Evangelist lässt Jesus sagen: Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen. 

Je nach Situation schauen wir auf eines der Rundfenster.Diese wollen uns sagen: Hier denken wir an mehr als Asche. Wir denken an das gewachsene (Jahresringe) und vielfarbige (hell, dunkel, durchzogen von Liebe) Leben der Menschen, das auf der Suche nach seiner tiefsten Mitte ist.

Der Blick kann auch zur Osterkerze gehen, die Struktur der Grabstätten aufnimmt. Diese sind gefüllt mit Farbe. Wir glauben: Wer bei Gott ankommt, tritt in ein Leben ein, dass Farbe hat.

Lebenslinie
Fensterdurchlichtung auf Grabkammer

Dann gehen wir zur jeweiligen Grabstätte.

Dort werden die Beisetzungsrituale gehalten und das Vaterunser gesprochen. Danach sind alle eingeladen, sich durch eine Geste oder eine Berührung der Urne zu verabschieden. Erst danach wird die Urne in die Grabkammer eingestellt.

Das Verschließen der Grabkammer erfolgt erst, wenn die Trauergäste die Kirche verlassen haben.